Plattdeutsch – unsere alte Sprache

In Sassenberg gab es einen Brauch des Michaelissingens am Vorabend des 28. September, der im sonstigen katholischen Münsterland nicht sehr verbreitet war. Eher gab es einen ähnlichen Brauch von Heischeliedern im Mindener Raum. Dazu gibt es einen Artikel von H. Chr. Fennenkötter in der Ausgabe 3/4 "Up Siassenbiärg" von 1978.

Das Sassenberger Michaelislied

Van Aobend is Michiälisaobend
Doa brött miene Moder en Hering
Mien Vader en Stück
Miene Moder en Stück
Un alle Kinner kriegt en Lück
Gieft us eenen Appel
Dao könn wi guett nao schnappen
Gieft us eene Biäre
Dao könn wi guett nao schmiären
Gieft us eene Nuett
Dann gao wi alle fuett
Hilgenblatt, due schöne Stadt
Schöne Jungfrau, giew us wat
Laot us nich so lange staohn
Müett nao en Hüsken wieder goahn
Kriegt wi auk wat, kriegt wi auk wat
Sit so guett un gieft us wat.

Hatte man etwas erhalten, sang man:

Dao buoben an den Hiemel
Dao steiht en witten Schiemel
De röp ju to, de röp ju to:
Danke, danke, danke...

War die Tür nicht geöffnet worden, hieß es:

Dao buoben an den Hiemel
Dao steiht en schwatten Schiemel
De röp ju to, de röp ju to:
Gietsepinn, Gietsepinn, Gietsepinn